Von allen in der Schweiz tätigen Ärzten haben 26 Prozent ihr Diplom im Ausland erworben. Diesberichtet die «SonntagsZeitung» unter Berufung auf Zahlen des Ärzteverbands FMH für das letzte Jahr. Laut dem bis Ende Jahr amtierenden FMH-Präsident Jacques de Haller sei die Tendenz weiter steigend.
Ärzte und Gesundheitspolitiker warnen gegenüber der «SonntagsZeitung» vor Qualitätseinbussen. Einerseits steht die Anerkennung von EU-Diplomen in der Kritik. Die Schweiz muss diese aufgrund der bilateralen Verträge anerkennen. «Die Übertragung der EU-Facharzttitel sorgt für Probleme bei der Qualität», zitiert die «SonntagsZeitung» den Präsidenten der Schweizer Gesellschaft für Chirurgie, Ralph Schmid. Ein deutscher Thorax-Chirurg sei in sechs Jahren ausgebildet. In der Schweiz dauere dies hingegen acht bis zehn Jahre.
Sprachkenntnisse als Problem
Die zweite Sorge gilt den Sprachkenntnissen der aus fremdsprachigen Ländern stammenden Ärzte. «Behandlungsfehler gehen immer öfter auch auf Kommunikationsprobleme zurück», sagte SP-Nationalrat Jean-François Steiert in dem Zeitungsbericht. Steiert ist Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Gesundheitspolitik und Vizepräsident des Dachverbandes Schweizerischer Patientenstellen. Mangels Schweizer Ärzten müssten Spitäler auf Mediziner aus dem weiter entfernten Ausland zurückgreifen, die mit keiner Landessprache vertraut seien, sagte Steiert. Ein Sprachkursobligatorium komme in Betracht.
Quelle - Berner Zeitung
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